Gelesene Bücher April 2026
Ryan Rockwell – Explorers: Dunkle Zeichen
Die Erzählung ist flott und actionreich, das Worldbuilding ist mehr funktionell und fügt sich der Geschichte. Dabei bleibt die Sprache emehr oder weniger gleichbleibend ohne große Nuancen. Die Charaktere sind trotz ein paar guter Stellen eher stereotyp. Im groben ist das ein Buch ohne großen Anspruch und mehr für Entertainment; Figurenentwicklung ist keine große Stärke, auch wenn es typische Elemente gibt, die darauf hinweisen.
C. Suglia & S. Heep – Aner Welten Solarpunk
Diese luxemburgische Anthologie enthält acht Geschichten, eine deutsche, zwei luxemburgische und fünf englische. Dabei gefiel mir die erste (The essence of life) am besten, aber ich hatte auch Spaß mit den luxemburgischen Stories, als ich merkte, dass ich die Sprache mehr verstehe als gedacht. Wie der Titel schon verrät, sind die Geschichten hauptsächlich dem Subgenre des SolarPunk angesiedelt, die teils mitfühlend, teils erkundend die Grenzen der möglichen Zukunft ausloten.
Durchaus eine Lese-Empfehlung für willige Leseliebhaber.
Chloe Gong – Welch unverhoffte Wahrheit
Dieses Buch enthält zwei kleine Novellen, die Spoiler aus den Büchern „Welch trügerisches Glück“ und „Welch trügerisches Herz“ enthält.
Obwohl auf den ersten Blick nicht ganz offensichtlich sind die zwei Stories ein wenig verflechtet. Mit Geschick und Herz werden die Charakter eingeführt; nicht nur facettenreich sondern auch mit viel Gefühl sind die Protagonisten stark ausgearbeitet. Natürlich sind sie von Mister Shakespear inspiriert, sei es nun Romeo & Julia oder König Lear, aber insgesamt ist der Einfluss nicht so dominant auf die Erzählung.
Clive Barker – Hellraiser
Wer kennt den gleichnamigen Film – auch mit Clive Barker als Regisseur – nicht? Es ist wirklich länger her, seit ich ihn zuletzt geschaut habe, trotzdem finde ich das Buch dazu schon besser. Das Erzählen in Büchern ist einfach wesentlich tiefgreifender als auf der Leinwand. Ein Grund warum ich nicht mehr so oft Filme gucke.
Aber zurück zum Buch, das mehr eine Parabel über Erkenntnis und Transzendenz des menschlichen Wesens ist. Obwohl die Sprache sehr visuell und dunkel ist, kann die Erzählung des 40 Jahre alten Buches durchaus fesseln und einen bleibenden Eindruck hinterlassen, egal ob das nun Ekel oder Faszination ist. Während die Geschichte selbst teilweise einem lapidaren Verlauf folgt, ist alles mehr oder weniger vorgelegt: Die Charaktere entwickeln sich in einem selbstbewussten Streben und der menschliche Gier. Die teilweise abstoßende bis attraktive Zurschaustellung der Lust ist dabei wesentliches Merkmal, und (konter-)kariert die menschliche Natur. Ein paar Abstriche macht das Buch (auch aufgrund der Kürze) in der nur ausreichend strukturellen Erzählung, sowie den eher charakterlichen Konfliktausarbeitungen.
Trotz dessen aber durchaus eine Lese-Empfehlung!
Christian Endres – Wolfszone
Dieser Cyberthriller ist relativ flott zu lesen. Die Erzählung kommt schnell zu den wesentlichen Punkten und steuert die Erwartungshaltung mehr Richtung Cyber-/BioPunk. Es erinnert ein bisschen an William Gibson, da auch dieser mehr die technologischen Aspekte und deren Wirkung in den Vordergrund stellt, aber der Erzählstil und damit die Qualität in Wolfszone liegt mehr in der Unterhaltung, so dass die persönlichen Schicksale im Buch mehr Raum erhalten. So sind insgesamt die Konflikte und Motivationen der Charaktere gut dargelegt und überzeugen durch mehrdimensionale Ebenen.
Was ich etwas schade finde: Es fängt als Krimi an – und entspricht zeitweise dem „hardboiled detective“ Klischee -, und macht durch die Spurensuche eher den Eindruck eines Krimis, aber die Ausrichtung und die Auflösung folgt mit der Zeit mehr einem Thriller. Das finde ich etwas unbefriedigend.