Archive for the ‘Allgemein’ Category

GarchingCon 2018

Posted by Björn on 16th Juni 2018 in Allgemein, Life

Relativ spät reiche ich noch mein GarchingCon 2018 Erlebnis nach. Generell wird das Wort „interessant“ hier im Artikel inflationär gebraucht, aber es soll trotzdem nicht seine Bedeutung verlieren. ;-)

Was anderen das Grillfest, ist mir der Convention-Besuch für Perry Rhodan. Relativ spontan habe ich mich dann doch für den in München stattfindenden GarchingCon entschieden und bin mit Bus schon am Donnerstag abend angereist. Dort nistete ich mich in ein nahegelegenes AirBnB-Zimmer ein und wartete lesend auf den Freitag.

Nach einer Nacht war der Freitag nicht ganz so plötzlich wie gedacht da und ich vertrieb mir bis spät nachmittags die Zeit, indem ich im Park Perry las. Um ca 18.00 Uhr war ich vor Ort, um nicht die ersten Punkte zu verpassen. Der ConOpener, der die ersten Szenen von Olymp zeigt, war gewohnte Qualität von Raimund Peter. Danach gab es eine überaus interessante These von Michael Pfrommer, der einen Pakt zwischen den MdI und der Zeitpolizei erläutert, warum sie stillschweigend sich gegenseitig nicht an die Gurgel gegangen sind, und hebten die mystischen Gräben von damals auf eine neue bedeutendere Stufe. Danach hielt es mich nicht mehr auf meinen vier Buchstaben und ich suchte die anderen Räume auf, um mich etwas umzugucken. Es gab ein SF-Antiquariat, einen Kaffeeklatsch-Raum und einen Kleinverlag-Raum, in dem auch Robert Corvus seine Bücher ausstellte. Dort lummerte ich mich ein wenig rum, bis ich erst kurz vor 20.00 Uhr mich darauf besann, wieder in den großen Saal zu gehen, wo die Hauptpunkte der Convention gehalten werden. Ich wollte den Anekdoten von Arndt Ellmer, Hubert Haensel und Uwe Anton lauschen. Im Anschluss gab es die Latenight-Show mit Leo Lukas und Olaf Brill, in der ich teilweise hochkonzentriert den dialektbetontem Gespräch folgte und ich mich durchaus oft fragte, ob ich etwas richtig verstanden habe. Zwischendurch gab es auch ein Wiedersehen mit Martin und Volker von der BrühlCon, und wir tauschten uns etwas aus.

Der Samstag begann sehr früh für mich und ich verfolgte nochmal den ConOpener, und danach die Diskussionsrunde um die PR-Miniserie Olymp. Das Interview mit Sabine Kropp und Klaus Bollhöfener aus der PR Redaktion war für mich auch sehr interessant. Unter anderem wird das 40 Jahre Silberbände Jubiläum mit „Ordoban“ gefeiert, die PR-Taschenbücher werden doch noch digitalisiert fortgeführt (YAY!) und der Kurs 3000, wo natürlich der Ball relativ flach gehalten wird, wird ein wenig angerissen. Auch soll die vierte PR-Chronologie noch dieses Jahr erscheinen, wobei der Herbsttermin als „sportlich“ genannt wurde. Danach – es war etwa 11.30 Uhr – ging ich schnell essen, denn Martin, Volker, Christian und ich durften in der offiziellen Mittagspause der Con den Kaffeeklatsch Raum für ein Video nutzen. Im Anschluss gab es direkt einen Punkt auf den ich mich schon gefreut habe: Die Kaffeeklatsch-Runde mit Swen Papenbrock. Überaus interessant und ich finde ihn sehr sympathisch. Natürlich durfte ich auch nicht die Runde mit Stefanie Jahnke aka Michelle Stern verpassen, welche die Leserkontaktseite betreut. Danach hatte ich etwas Zeit und Leute mit viel Büchern gaben mir ein paar davon gegen Geld ab. Ein paar Minuten verspätet ging ich in die Risszeichner-Runde, wo sie über – tja – Risszeichnungen und deren Arbeit plauderten. Danach waren Arndt Drechsler und Swen Papenbrock mit der Entstehung eines Titelbildes dran. Ich kann nicht oft genug betonen, dass ich das sehr interessant finde. Nach einer kleinen Pause ging ich dann rechtzeitig in die Fragestunde zur PERRY RHODAN-Erstauflage. Ich vertrat mir danach wieder ein wenig die Beine und guckte mir dann das 2aliens-Video von Thomas Zeug an, was ich sehr lustig fand. Als letztes gab es dann das Quiz-Panel mit Uschi Zietsch, Marc A. Herren, Leo Lukas, Dennis Mathiak und Rüdiger Schäfer als Moderator. Sehr unterhaltsam, bspw wurde das Wort „Verzückungsstarre“ öfters improvisiert eingebaut, was zu lustigen Antworten führte. Dieser Programmpunkt darf ruhig öfters auf Cons eingebaut werden. :-) Nach diesem Marathon an Eindrücken für diesen Tag fiel ich dann abends relativ schnell ins Bett.

Der Sonntag war entsprechend kurz: mit ein bisschen Verspätung konnte ich kurz nach 10.00 Uhr noch Wim Vandemaan über Comics reden sehen. Also Perry im Bild, MAD und Fix & Foxi. Gute Unterhaltung und durchaus interessant. Um 11:00 Uhr besuchte ich die Kaffeeklatsch-Runde mit Arndt Drechsler, einem weiteren Titelbildzeichner für Perry Rhodan. Daher kam ich auch relativ spät zur Versteigerung im „Kosmischen Basar“, aber da ich kein Geld mehr hatte, was ich für Perry-Bücher ausgegeben habe, saß ich nur da und ging mit meinem Restgeld noch etwas Essen. Um 13.00 Uhr begann dann die Fragerunde mit Wim Vandemaan, die Roman Schleifer und Stefan Friedrich moderierten. Fragen konnte man nur durch Zettel einreichen, aber die Antworten, Vorstellungen und Visionen fand ich dann durchaus interessant – ja da ist wieder das Wort. Susan Schwartz berichtete im Anschluss über Freud und Leid bei der Konzipierung der Olymp-Miniserie, die Roman Schleifer moderierte. Als letztes fragte er, wenn es eine neue Miniserie gäben würde, sollte es in der EA-Vergangenheit oder -Gegenwart spielen? Der Großteil des Publikums entschied sich für Vergangenheit und falls du das liest, Roman…. Konzil! Konzil! Konzil! (Nachtrag: Ich mein Konzil der Sieben aus dem Aphilie-Zyklus) Im Anschluss gab es noch ein „Making of“ von 2Aliens von Thomas Zeug, wie immer: interessant! – und Robert Vogel präsentierte uns danach ein Potpourri aus 40-Jahre-Kampfstern-Galactica. Und das war es fast schon, die letzten (Dankes-)Worte wurden von der Organisation gesprochen und wir wurden wieder in die Freiheit entlassen.

Ich nahm noch am gleichen Abend den Nachtbus zurück Richtung Köln und kam um 6 Uhr morgens erschöpft an.

Ein überaus interessantes Wochenende und ich hab mich kaum wohler gefühlt. Das Programm und die Organisation der GarchingCon war super und ich freue mich auf das Jahr 2020 – ich kenne das Brauhaus in Garching nicht, aber Trudering fand ich schon sehr, sehr schön! Wenn da das Brauhaus tatsächlich „besser“ wäre, kann das ja eigentlich nur getoppt werden, oder? Ich danke auf jeden Fall dem Ernst-Ellert-Stammtisch für diesse grandiose Convention und allen Autoren, Titelbildzeichnern, Risszeichnern, der Redaktion von VPM, und wen ich noch so vergessen habe, dass sie anwesend waren! Ansonsten, der ColoniaCon ist ja auch „nur“ noch 2 Monate entfernt.

1000 Tage Perry Rhodan

Posted by Björn on 29th Mai 2018 in Allgemein, Buch, Life

Tja, ich lese jetzt seit exakt 1000 Tagen Perry Rhodan. Und der Zwischenstand – so finde ich jedenfalls – ist durchaus erfreulich:

521 alte Klassikromane

84 Heftromane aus der aktuellen Handlung (2875 bis 2959, ich hinke etwas hinterher)

13 Planetenromane (Stoff zum Nachlesen hab ich^^)

Ich bin ein Blockleser, manchmal lese ich nur ein Heft je Woche (selten keins, manchmal mehr) aber an Wochenenden lese ich dann meist an einem der zwei Tage drei bis vier Romane aus dem Perryversum. Solche Lümmeltage sind mir die liebsten. Mit der aktuellen Zusammenfassung habe ich trotzdem durchschnittlich etwa alle zwei Tage ein Raketenheftchen gelesen, was ich persönlich für einen relativ guten Wert halte. Ich zocke ja durchaus gern – zuletzt das neue God of War – oder besuche Freunde, und gehe mit ihnen ins Kino – zuletzt Deadpool 2, ein Doublefeature mit dem ersten Film. Aber über 2000 Stunden Lesen an einer Sache, das braucht schon eine gewisse Hingabe. Wenn ich so über meine Steam-Bibliothek gucke gibt es so zwei, drei Spiele, die >400 Stunden haben. Das wäre u.a. Path of Exile. Aber 2000 Stunden, das ist selbst für mich eine große Hausnummer. Ein Spiel wie Skyrim hat bei mir knapp 280 Stunden.

Aber jetzt noch ein bisschen Statistik:

Straffe ich diese 1000 Tage nur auf die Perry-Lese-Zeit, und gehe von durchschnittlich knapp ungefähr 200 Minuten Lesezeit je Roman aus, sind das 123.600 Minuten oder 2060 Stunden, die ich nur für das Lesen von Perry Rhodan aufgebracht habe. Nur so als Relation: 1000 Tage, das sind auch insgesamt 24.000 Stunden – damit habe ich aufgerundet knapp 8,6% der gesamten Zeit nur Perry gelesen. (Und ich habe nicht meine Lesezeit mit anderen Büchern kombiniert)

Der Schwarm – oder: die Entdeckung der Gefühle

Posted by Björn on 18th April 2018 in Allgemein, Buch

Hat bislang in den letzten 499 Büchern immer Spannung durch haarscharfe Action und intensiver Kämpfe bestanden, wird hier nun eine 180° Drehung gemacht und Spannung wird nun durch Gefühle beim Leser erzeugt.
Trostlostigkeit aber nicht ohne Belohnung (die POLO kommt zurück), Weltuntergangsstimmung aber nicht ohne Hoffnung (Identifizerung des SCHWARM und der Rochenschiffe), Verzweiflung aber nicht ohne Tatendrang (Perry hat Pläne)…

Gab es vorher nur die Identifikation durch die Leitfiguren, Loyalität und Ehrgefühl, angesalzen mit zwischenzeitlichem Humor, kommt nun die komplette Retourkutsche und die eigene Gefühle werden zu dem Thema „Verdummung“ und „Homo Superior“ angesprochen. Das wofür und weswegen man eigentlich die ersten 499 Hefte gelesen hat, wird plötzlich beim „Untergang“ auf den Kopf gestellt und man weiß nicht wohin.

Denn Perry Rhodan steht vor einem Scherbenhaufen. Er war es, der die Menschheit geeint und zu den Sternen geführt hatte. Das ist jetzt knapp 1.500 Jahre her und er muss erkennen, dass alles, wofür er gekämpft hat, in einem galaxisweiten Schicksalsschlag dem Verfall anheim gefallen ist. Alle Völker in der Milchstraße betrifft es, und so macht er sich mit den wenigen Immunen auf den Weg, das Phänomen zu erkunden und – natürlich! – das Problem zu beheben.

Am Dienstag, 20. April 1971, erschien Heft 500 und ich MUSSTE es deswegen auch gestern – also Dienstag – zu Ende lesen. Fast exakt 47 Jahre liegen dazwischen und aktueller kann es derzeit nicht sein:

Während im Hier und Jetzt der Verfall der Sitten (bspw Gewalt gegen Rettungskräfte, Thema „Gaffer“) und Infragestellung der Regierung (Pegida/AfD, Reichsbürger) quasi eine große Depression durch das Land geht, inklusiv der Verdummung durch Fake-News und Wissenschaftsverweigerern (Trump, Flat-Earth-Society…), ja selbst der Homo Superior wird mit einer relativ aktuellen Studie aufgegriffen, in welcher gnadenlose Selbstüberschatzung und größte Dummheit Hand in Hand gehen. Diese systematisch fehlerhafte Neigung inkompetenter Menschen wird Dunning-Kruger-Effekt genannt.

Aber um zu Perry Rhodan zurückzukehren: Ich bin jetzt in der Phase der Serie angelangt, die ich für sehr interessant halte. Ein bisschen zerbricht das Herz, die bislang utopische Welt des Perryversums zerbrechen zu sehen. Und genau das motiviert hier, weiter zu lesen. Klar, ich weiß, dass der Zustand 47 Real-Jahre später längst überstanden ist, aber diese Tiefstunde zu lesen, in der fast alles hoffnungslos erscheint und dumme Menschen kindliche/zombiehafte Züge entwickeln, birgt seine eigene Spannung. Und hebt die Serie Perry Rhodan auf ein neues Level der Dramatik.

Endlich 500 – Schwarm-Zeit

Posted by Björn on 17th April 2018 in Allgemein, Buch

So. Der Cappin-Zyklus ist nun abgeschlossen und auf geht’s in den Schwarm-Zyklus mit Band 500. Bleibe ich bei meiner Geschwindigkeit werde ich bis Ende des Jahres 599 erreicht haben und den Zyklus „Das Kosmische Schachspiel“mit Band 600 anfangen.

Und dann geht’s so langsam in den spannenden Bereich der Hohen Mächte: von Superintelligenzen, Kosmokraten und Chaotarchen. Manche Perryfans mögen diesen kosmischen Überbau nicht, aber ich finde, das ist das Beste in der Serie, auch wenn ich es noch nicht gelesen habe. Das macht einfach die Serie aus, sei es Gesil, die Inkarnation von Vishna, welche sogar zeitweise mit Perry Rhodan liiert war oder die Kaiserin von Therm. Es hat seine Faszination, finde ich.

Die nächsten 50 Hefte werde ich allerdings digital auf meinem Anfang des Jahres erworbenen Tolino lesen. Nicht weil ich die Hefte nicht analog habe, sondern weil die nächste Zeit schön wird und ich sie genauso gut auch an einem idyllischen Ort geniessen kann.

Fall Out Boy Konzert

Posted by Björn on 11th April 2018 in Allgemein, Music

Ich war gestern auf dem Fall Out Boy Konzert in Düsseldorf.

Das war schon seit sehr langer Zeit überfällig. Ich wollt schon länger auf ein Konzert dieser Band und ich habe es gestern endlich geschafft!

Und es war wirklich so gut, wie ich es mir vorgestellt habe. Patrick Stump ist ein genialer Sänger, der absolut kein Auto-Tune braucht, und das merkte ich diesmal endlich auch live. Seine Stimme klettert gern „mal eben“ in die Höhe, so wie auch Michael Jackson es gern gemacht hat. Das hört man sehr gut im Lied „The Phoenix“ oder direkt im Michael Jackson Song „Beat it“ (wurde nicht gespielt). Auch „Centuries“ fällt in diese Kategorie und man merkt recht deutlich, was für einen Stimmumfang Patrick Stump überhaupt hat. Ich mag diesen Sänger wirklich gern, weil seine Stimme kräftig und dynamisch ist, was man von einigen anderen männlichen Künstlern eher nicht kennt.

Auf jeden Fall hat die Band ein wirklich gutes Programm aus ihrem fast 17-jährigen Bestehen (naja, inklusiv vierjähriger Pause) gefunden, von älteren Sachen wie „Dance, Dance“ (2005)  oder „Thnks fr th Mmrs“ (Thanks for the Memories, 2007) bis zu neuen Sachen wie „Hold me tight or don’t“ oder – mein aktuelles Lieblingslied von FOB: „The Last of the Real Ones“.

Einige Songs aus dem Vorgänger-Album waren auch dabei, „Uma Thurman“ kam zwar erst in der Zugabe, aber ist neben „Irresistible“ auch ein guter Song aus dem Album „Make America Psycho Again“ (2015). Natürlich durfte „The Phoenix“ von Save Rock and Roll (2013) nicht fehlen, auch ein phantastisches Lied.

Schlussendlich war es also ein sehr ausgewogenes Programm aus alten und neuen Sachen und neben kreischenden Teens, die mich wieder 10 Jahre jünger machten als ich bin, habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Fandom, die Rechnung bitte!

Posted by Björn on 10th Oktober 2017 in Allgemein, Life

Es mag manchmal offensichtlich sein, aber unter Umständen (oder grundsätzlich) auch nicht: das Fandom.

Ich mach keinen Hehl draus, dass ich Perry Rhodan Fan bin. Ich lese und schreibe darüber – gehe auf Stammtische hier in NRW und treffe Leute, unterhalte mich mit ihnen über das Thema Perry Rhodan und das sonstige Perryversum. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und schreibe hier: Ja, in der nächsten SOL (das größte, deutsche Perry-Rhodan-Fanmagazin!) wird auch etwas von mir abgedruckt – aber ich schweige hier solang die Redaktion keine Informationen über Ausgabe 88 rausgibt.

Ein wenig „Vereinsleben“ gehört doch zu jedem irgendwie ernst gemeinten Hobby. Kollektives „Abnerden“ – also in einem Thema in Details gehen, die uninteressierte Laien für eine Wissenschaft in sich halten – ist doch keine Seltenheit. Seien es nun technische Errungenschaften in Perry Rhodan oder die Rätsel, die uns die Autoren in den Heften präsentieren. Es mag interessant sein, aber spätestens wenn man sich im Kreis dreht wird es – zumindest für mich – langweilig. Ich habe ja die ersten 14 % von Perry Rhodan schon gelesen (und ich schlage mich wacker durch die weiteren Hefte der Klassik-Serie). Aber es bedarf halt seine Zeit sich durch den Berg an Schinken zu wühlen, der sich in den letzten 56 Jahren aufgetürmt hat. Zumal ich nebenbei ja auch noch andere Bücher lese, und auch noch andere Hobbies und Interessen habe – ganz zu schweigen von meinen Freunden, die ich hier auch noch erwähnt wissen will.

Und es gibt noch die Art von Hobby, welches eigentlich eine Erklärung braucht: Fandom. Oder wie ich es auch gern nenne: Faible. Weil es besser ausdrückt, was Fandom eigentlich ist. Aber andere Menschen glauben, man muss dieses Faible irgendwie rechtfertigen. Weil einem ansonsten Spott und Häme entgegenschlägt – oder Unverständnis. Weil andere Menschen sich dann plötzlich als „bessere Person“ betrachten, weil sie sich nicht „solchem Unsinn“ hingeben und „Geldverschwendung“ murmeln. Sei es irgendetwas zum Sammeln (Puppen, Engel, Paninibildchen, Ü-Eier …) oder „seltsame“ Hobbies pflegen (Murmeln, Hirschrufen, Schneckenwettrennen …), die auf den ersten Blick nicht spannend sind.

Viele Menschen nennen alltägliche Hobbies ihr eigen: Sei es Fußball, Kochen, Reisen, Wandern, Camping, Grillen oder künstlerische Hobbies wie Malen, Musizieren oder Basteln. Darüber kann man sich gut drüber unterhalten auch wenn man das Hobby nicht teilt. Aber muss dagegen ein Faible verfemt sein? Nur weil jemand denkt, dass es nicht passt? Oder es sei unangebracht? Zur Person, zum Charakter? Als Mann, als Frau? Zur GesellschaftUnwürdig als Erwachsener??? Denkt mal drüber nach.

Aber Menschen machen es immer irgendwie persönlich. Weil es seltsam ist. Weil sich ihre Gedanken darum drehen, wie Mensch X und Thema Y zusammen passt. Weil es (für ebenjene) lustig ist. Weil es nicht in ihr Weltbild passt. Weil… es von ihnen selbst ablenkt? Weil vielleicht erkannt wird, wie unspannend und langweilig das eigene Leben ist? Partner, Hund und Kind füllen das eigene Leben aus? Vielleicht hat man ja Zeit zum Lesen oder Musizieren? Aber Wandern wär doch auch mal wieder schön! Ok, was brauch ich alles…. Babysitter, Telefon für die Erreichbarkeit beim Notfall, dann kram ich mal meine Wanderschuhe raus… und da ist sie – die vielleicht „normale“ aber doch etwas triste Realität. Sie lässt nicht los, macht aber Spaß. Ja. Es sind Standard-Hobbies und Standard-Probleme: Wie viel nehm ich mit? Wasser oder Apfelschorle? Welche Snacks? Und so weiter…! Standard-Routen, Standard-Fotos, Standard-Sonnenuntergänge…

Es gibt Menschen, die wollen „zwanghaft erwachsen“ sein und solche die dieses „erwachsen sein“ gelernt haben. Sie definieren für sich, bestimmte Sachen dürfen sie nicht mehr für gut befinden, weil sie erwachsen sind. Sagte schon Papa. Oder sie sagen sich, dass es gut ist, alte Sachen – Ballast – aus dem Leben zu werfen. Sagte schon Mama. Und kümmern sich im folgenden nicht mehr um ihren persönlichen Spaß. Das wird dann im besten Fall kopfschüttelnd ignoriert, weil sie ja Besseres zu tun haben. Das Kind geht vor. Der Hund geht vor. Ja, der treue Vierbeiner, um den man sich kümmern muss, weil – man hat ja keinen Garten… (naja, je nachdem wie viel Geld man hat, right?)

Einen Faible zu haben, oder wie es andere eher ausdrücken: einem Fandom angehören -, heißt ja nicht, dass es das Leben bestimmen muss. Es ist die Farbe des Lebens. Der Farbtopf um den Honig im Herzen einzufärben – und die Menschen, welche einen Schlüssel zum Herzen besitzen, sorgen dafür, dass der Honig immer süß bleibt und reichlich vorhanden ist! Wie Bienchen schwirren sie hin und her, bringen die Sorgen weg und dafür Nektar zurück. Dass der Honig dann wie ein Regenbogen ausschaut, müssen die ja nicht wissen, oder?

Aber wehe, man macht mal die Tür dahinter zu weit auf, dann wird die Rechnung präsentiert von: der Gesellschaft, wie sie in ihrer zwanghaften Art die Assimilierung fordern. Wie Varroa-Milben nesten sie sich ein und dann wird im Gruppenzwang lustig gemacht, was für lustig gehalten wird. Oder beschimpft, was für obszön gehalten wird. Oder beklascht, was für interessant gehalten wird. Oder polarisiert, was für „das Beste“ gehalten wird. Oder hinter dem Rücken geplauscht, was für ein „langweiliges“ oder „kindisches“ Hobby oder Fandom das doch sei.

Das ist die Krankheit, die uns Menschen befällt – was für die Bienen die Varroa-Milbe ist, das ist für die Menschen der Gesellschaftsdruck. „Was sollen denn die Leute denken?“ – das Totschlag-Argument schlechthin. Eine eingebildete Krankheit, die einem schon als Kind indoktriniert wurde. Sich der Ansicht der Gesellschaft beugen, damit man ein gutes Leben leben kann. Frei von Kritik. Frei von allem Verrückten! Bloß nicht anders sein! Wir sehen es ja schon, wie ich es oben beschrieben habe: Menschen können verletztend sein, wenn sie auf etwas treffen, was nicht ihrem indoktrinierten Denken entspricht.

In den 70er Jahren war das „Perry Rhodan“, ein Skandalheft, welches die Kinder gefährdet. Aber es ist mittlerweile harmlos. Nichts „Outing-würdiges“. Oder DSA (Das Schwarze Auge) in den 80er Jahren, das die Psyche der Heranwachsenden in Gefahr bringt. Hahaha, ich lache. Beides ist mittlerweile etabliert. Eigentlich regt sich niemand mehr darüber auf. Und selbst der „satanistische Einfluss“ aus Michael Ende’s Büchern wird nicht mehr thematisiert…

Das Fandom – so stelle ich fest – wird also irgendwann „erwachsen“. Ob ich nun weitere 10 oder 20 Jahre warten muss, bis „MyLittlePony“ akzeptiert wird, ist mir an der Stelle egal. Währenddessen habe ich tolle Musik (die andere verpassen) und Spaß auf den Brony-Stammtischen NRWs.