Archive for the ‘Buch’ Category

Perry Rhodan Olymp Resumee und Fazit

Posted by Björn on 16th Juni 2018 in Buch

Perry Rhodan OLYMP ist eine in sich abgeschlossene Miniserie im Kosmos von Perry Rhodan. Hier erkläre ich etwas genauer den Hintergrund, resümiere ein wenig über die Details in der Handlung und schreibe zum Schluss ein persönliches Fazit.

Struktur

Jeder Roman ist in sich abgeschlossen mit einem geschichtlichen Cliffhanger zum nächsten Band, in welchem eine fortlaufende Geschichte erzählt und aufgelöst wird. Die zwölf Hefte erschienen zweiwöchentlich ab Januar 2018 und endete nun im Juni 2018. Man braucht bis auf eine Ausnahme kein Vorwissen aus Perry Rhodan, um diese Miniserie verstehen zu können. Dazu später mehr…

Perryversum

Zeitlich spielt die Miniserie im Jahr 1550 NGZ – neuer galaktischer Zeitrechnung. Also zwischen Band 2899 und 2900 in der Erstauflage.

Es werden ein paar geschichtliche Details genannt um das Perryversum näher zu bringen, unter anderem Roi Danton, die Freihändler und andere geschichtliche Daten aus der Erstauflage, die im Laufe der Jahre zusammengekommen ist. Aus PR 2787 wissen wir über das diplomatische Angebot des Beitritts in das Neue Tamanium, welches in PR 2849 in einer Volksabstimmung mit neunzehntel Mehrheit abgelehnt worden ist.

Insofern wurden die Fakten schon durch die Erstauflage (EA) ein paar Jahre vorher besiegelt, was die Miniserie hier für die Einsteiger aufgreift. Die politische Situation zwischen dem Neuen Tamanium und der Liga Freier Galaktiker (LFG) wird hier durch die „Neu-Akquirierung“ vertieft dargestellt, insbesondere die politische Meinung der Tefroder im allgemeinen. Auch die geschichtlichen Verstrickungen der Tefroder mit den Terranern wird ein wenig erklärt. Vielleicht nicht vollumfänglich aber dafür ist die Miniserie nicht gemacht.

Technik

Anders als in PR-TERMINUS (vorhergehende Miniserie) gibt es keine technische Genauigkeit, so dass hauptsächlich die militärischen Begrifflichkeiten wiederverwendet wurden. So wurde Bekanntschaft geschlossen mit Prall- und Fesselfeldern, Hyperfunk und Transmittern, Antigravmodulen und sogar ein wenig HÜ-Schutzschirmtechnologie, die Gucky nur durch Schmerzensteleportation durchqueren konnte. „Richtig“ erklärt wurde nicht viel, aber der Nutzen – also das Lesevergnügen – wäre durch genauere Erläuterungen wohl auch getrübt worden. Vieles ist – wahrscheinlich auch durch die schon vorhergehenden Miniserien – per se als bekannt oder kontextbedingt als „erklärt“ abgestempelt worden.

Einzig die Genauigkeit bei zivilen Anwendungsmöglichkeiten ist ein wenig außen vor gelassen worden. Dies ist aber auch spärlich gesät, oft wird aus dem Kontext schnell klar, dass bspw Trivid eine Art Live-Fernsehen-Netflix-Kombination ist. Der relativ einfach gewählte Begriff „Röhrenbahn“ zwischen Trade City und Elysion kann man natürlich so stehen lassen, lässt aber ein wenig das Science-Fcition-Gefühl vermissen. Antigravschächte oder -lifte, Gleit- oder Energiebände oder ähnliche/andere alltäglich zivil genutzte Technologien hätten hier durchaus nicht Abbruch getan, wären aber in der Hinsicht halt auch im Gewühl der oft militärisch genutzten Wörter ein wenig untergegangen.

Charaktere

Was die Perry Rhodan Autoren besonders gut können, ist Charaktergeschichten schreiben und auch hier ist die am besten und brillianteste Person eine Reporterin namens Piri Harper, die aufopferungsvoll ihr bestes macht, um Olymp zu „retten“. Auch den Regenten Beryn Mogaw und seinen treuergebenen Diener Talin Buff sind gut skizziert, gehen in ihrer Rolle auf und entwickeln sich weiter. Die Details bei den Charaktern sind hervorragend und sowohl bestehende (Perry, Sichu) als auch neu eingefügte bleiben konkordant und stringent.

Schwächen

Jetzt kommen wir ein wenig zu den Schwächen der Serie. Denn der Stil ist beispielsweise ein wenig anders als der Stil der Erstauflage (EA). Wo in der EA durchaus hemmungslos mit Perryversum-Begrifflichkeiten gespielt worden wäre fällt in der Miniserie komplett weg. Denn wie ich oben geschrieben habe, wird zumindest historisch alles erklärt und erläutert. Als EA-Leser merkt man das durchaus ein wenig beim Lesen. Nur die eine Ausnahme, die ich eingangs schon erwähnt habe, hätte durchaus wegfallen können: Nämlich die Erwähnung der Hohen Mächte – Kosmokraten, etc. – im letzten Band. Nicht weil es interessant wäre, sondern weil besagte Einsteiger in die Serie zuletzt mit einer offenen Frage und einer seltsamen Begrifflichkeit konfrontiert wurden, die nicht zum Rest der Miniserie passte. Alles war sehr hand- und grifffest, selbst der Mutaktor, und dann kamen die Hohen Mächte und die Erklärung dazu fehlte hier völlig. Dieser Aufgriff war irgendwie überflüssig.

Und die Hintergründe der Shoziden sind im letzten Heft nach einem halben Jahr nicht mehr so präsent, wie am Anfang der Serie, da wäre es durchaus gut gewesen Vergangenes vielleicht nochmal im sehr kurzen Anriss aufzugreifen.

Ein grundsätzlicher Fehler – der sich aber auch in der EA häufig präsentiert! – ist das Hacken von Positroniken oder anderem technischem Gerät. Es wird „zu einfach“ dargestellt, basiert leider hauptsächlich auf irrtümlichen und falsch dargestellten Vorlagen aus Film und Fernsehen. Insofern ist das aber auch ein Punkt, der mich als IT-ler schon immer extrem stört.

Auch und insbesonders will ich hier auf die eine Woche lange Hyperfunksperre von Olymp eingehen. Wie kann es sein, dass eine so große Handelswelt wie Olymp eine Woche lang abgeschnitten ist und es niemand bemerkt? Zur Erinnerung: Der Planet Olymp ist eine gut vernetzte Science-Fiction-Handels-Welt, die davon lebt, hochfrequent Waren zu be- und entladen sowie (das denke ich zumindest) im schnellen Takt Handelsverträge über Hyperfunk zu besiegeln. Wenn ich alleine den Hamburger Hafen mir anschaue, schlägt dieser pro Jahr circa 9 Millionen Container in der Anzahl um, das sind ca 25.000 täglich! Wie soll das dann bei einem hypertechnologischen Weltraum-Hafen sein? Und wie hätte diese Hyperfunksperre funktioniert? Da hätte bspw durchaus im militärischen Bereich von Adarem eine Art Hyperfunkstörgerät entwickelt worden sein können, was auf Olymp getestet werden soll, aber leider – kein Wort.

Fazit

Also grunsätzlich hat mir die Miniserie sehr gut gefallen.
Die politischen und „meinungssensitiven“ Einblicke in das Neue Tamanium sind sehr interessant und spannend geschrieben, auch wenn teilweise durchaus die Frage aufkommt, was die Person überhaupt denkt, wenn sie eine Aussage tätigt. (bspw Onara Gholad’s Spruch ihre Soldaten für Unfähigkeit zu töten) Manche Sachen wie diese werden später dankenswerterweise wieder aufgenommen, andere Kleinigkeiten wie bspw die Frage, warum die Röhrenbahn so lange von Trade City nach Elysion dauert (Hey, Sci-Fi!) dann wiederum nicht. Aber das ist für die Geschichte unwichtig, insofern sind so kleine Details imho vernachlässigbar. Aber ich bin da durchaus die Person, die auf solche Kleinigkeiten achtet. Insbesondere auch auf die Verwendung von Geld  in den Heften, das mag aber auch eine Marotte sein. Ansonsten, größtes Ärgernis war wohl die unerklärliche Hyperfunksperre und dass niemand aus der näheren galaktischen Nachbarschaft Verdacht geschöpft hat.

Aber unabhängig dessen ist die Geschichte gut erzählt, hat klasse Charaktere und ist wirklich gut in das Perryversum eingebettet. Allein das verdient eine wohlwollende 4,5 von 5 Sternen mit einem halben Stern Abzug wegen oben genannter Schwächen.

1000 Tage Perry Rhodan

Posted by Björn on 29th Mai 2018 in Allgemein, Buch, Life

Tja, ich lese jetzt seit exakt 1000 Tagen Perry Rhodan. Und der Zwischenstand – so finde ich jedenfalls – ist durchaus erfreulich:

521 alte Klassikromane

84 Heftromane aus der aktuellen Handlung (2875 bis 2959, ich hinke etwas hinterher)

13 Planetenromane (Stoff zum Nachlesen hab ich^^)

Ich bin ein Blockleser, manchmal lese ich nur ein Heft je Woche (selten keins, manchmal mehr) aber an Wochenenden lese ich dann meist an einem der zwei Tage drei bis vier Romane aus dem Perryversum. Solche Lümmeltage sind mir die liebsten. Mit der aktuellen Zusammenfassung habe ich trotzdem durchschnittlich etwa alle zwei Tage ein Raketenheftchen gelesen, was ich persönlich für einen relativ guten Wert halte. Ich zocke ja durchaus gern – zuletzt das neue God of War – oder besuche Freunde, und gehe mit ihnen ins Kino – zuletzt Deadpool 2, ein Doublefeature mit dem ersten Film. Aber über 2000 Stunden Lesen an einer Sache, das braucht schon eine gewisse Hingabe. Wenn ich so über meine Steam-Bibliothek gucke gibt es so zwei, drei Spiele, die >400 Stunden haben. Das wäre u.a. Path of Exile. Aber 2000 Stunden, das ist selbst für mich eine große Hausnummer. Ein Spiel wie Skyrim hat bei mir knapp 280 Stunden.

Aber jetzt noch ein bisschen Statistik:

Straffe ich diese 1000 Tage nur auf die Perry-Lese-Zeit, und gehe von durchschnittlich knapp ungefähr 200 Minuten Lesezeit je Roman aus, sind das 123.600 Minuten oder 2060 Stunden, die ich nur für das Lesen von Perry Rhodan aufgebracht habe. Nur so als Relation: 1000 Tage, das sind auch insgesamt 24.000 Stunden – damit habe ich aufgerundet knapp 8,6% der gesamten Zeit nur Perry gelesen. (Und ich habe nicht meine Lesezeit mit anderen Büchern kombiniert)

Der Schwarm – oder: die Entdeckung der Gefühle

Posted by Björn on 18th April 2018 in Allgemein, Buch

Hat bislang in den letzten 499 Büchern immer Spannung durch haarscharfe Action und intensiver Kämpfe bestanden, wird hier nun eine 180° Drehung gemacht und Spannung wird nun durch Gefühle beim Leser erzeugt.
Trostlostigkeit aber nicht ohne Belohnung (die POLO kommt zurück), Weltuntergangsstimmung aber nicht ohne Hoffnung (Identifizerung des SCHWARM und der Rochenschiffe), Verzweiflung aber nicht ohne Tatendrang (Perry hat Pläne)…

Gab es vorher nur die Identifikation durch die Leitfiguren, Loyalität und Ehrgefühl, angesalzen mit zwischenzeitlichem Humor, kommt nun die komplette Retourkutsche und die eigene Gefühle werden zu dem Thema „Verdummung“ und „Homo Superior“ angesprochen. Das wofür und weswegen man eigentlich die ersten 499 Hefte gelesen hat, wird plötzlich beim „Untergang“ auf den Kopf gestellt und man weiß nicht wohin.

Denn Perry Rhodan steht vor einem Scherbenhaufen. Er war es, der die Menschheit geeint und zu den Sternen geführt hatte. Das ist jetzt knapp 1.500 Jahre her und er muss erkennen, dass alles, wofür er gekämpft hat, in einem galaxisweiten Schicksalsschlag dem Verfall anheim gefallen ist. Alle Völker in der Milchstraße betrifft es, und so macht er sich mit den wenigen Immunen auf den Weg, das Phänomen zu erkunden und – natürlich! – das Problem zu beheben.

Am Dienstag, 20. April 1971, erschien Heft 500 und ich MUSSTE es deswegen auch gestern – also Dienstag – zu Ende lesen. Fast exakt 47 Jahre liegen dazwischen und aktueller kann es derzeit nicht sein:

Während im Hier und Jetzt der Verfall der Sitten (bspw Gewalt gegen Rettungskräfte, Thema „Gaffer“) und Infragestellung der Regierung (Pegida/AfD, Reichsbürger) quasi eine große Depression durch das Land geht, inklusiv der Verdummung durch Fake-News und Wissenschaftsverweigerern (Trump, Flat-Earth-Society…), ja selbst der Homo Superior wird mit einer relativ aktuellen Studie aufgegriffen, in welcher gnadenlose Selbstüberschatzung und größte Dummheit Hand in Hand gehen. Diese systematisch fehlerhafte Neigung inkompetenter Menschen wird Dunning-Kruger-Effekt genannt.

Aber um zu Perry Rhodan zurückzukehren: Ich bin jetzt in der Phase der Serie angelangt, die ich für sehr interessant halte. Ein bisschen zerbricht das Herz, die bislang utopische Welt des Perryversums zerbrechen zu sehen. Und genau das motiviert hier, weiter zu lesen. Klar, ich weiß, dass der Zustand 47 Real-Jahre später längst überstanden ist, aber diese Tiefstunde zu lesen, in der fast alles hoffnungslos erscheint und dumme Menschen kindliche/zombiehafte Züge entwickeln, birgt seine eigene Spannung. Und hebt die Serie Perry Rhodan auf ein neues Level der Dramatik.

Endlich 500 – Schwarm-Zeit

Posted by Björn on 17th April 2018 in Allgemein, Buch

So. Der Cappin-Zyklus ist nun abgeschlossen und auf geht’s in den Schwarm-Zyklus mit Band 500. Bleibe ich bei meiner Geschwindigkeit werde ich bis Ende des Jahres 599 erreicht haben und den Zyklus „Das Kosmische Schachspiel“mit Band 600 anfangen.

Und dann geht’s so langsam in den spannenden Bereich der Hohen Mächte: von Superintelligenzen, Kosmokraten und Chaotarchen. Manche Perryfans mögen diesen kosmischen Überbau nicht, aber ich finde, das ist das Beste in der Serie, auch wenn ich es noch nicht gelesen habe. Das macht einfach die Serie aus, sei es Gesil, die Inkarnation von Vishna, welche sogar zeitweise mit Perry Rhodan liiert war oder die Kaiserin von Therm. Es hat seine Faszination, finde ich.

Die nächsten 50 Hefte werde ich allerdings digital auf meinem Anfang des Jahres erworbenen Tolino lesen. Nicht weil ich die Hefte nicht analog habe, sondern weil die nächste Zeit schön wird und ich sie genauso gut auch an einem idyllischen Ort geniessen kann.

Walter Moers – Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbende Nachtmahr

Posted by Björn on 28th September 2017 in Buch

Das neue Buch von Walter Moers ist da und es nennt sich „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“!

Inhalt:
Es handelt von der Prinzessin Lydia, die schlaflos und ruhelos im Schloss umherwandert, fast schon wie ein echter Schlossgeist, getrieben von ihren eigenen Gedanken. Des Königs Alchemist und viele viele andere Mediziner haben schon versucht sie zu heilen, aber alles bringt nichts – und so fügt sie sich in ihr Schicksal bis sie eines Tages Havarius Opal begegnet, ihrem persönlichen Nachtmahr, der sich zur Aufgabe gestellt hat, sie in den Wahnsinn zu treiben. Er ist fest entschlossen, seine Mission zu erfüllen und lädt Prinzessin Lydia ein, ihn auf seinem Weg durch ihr Gehirn zu begleiten. Ein Abenteuer beginnt, in dem sich ein zartes Band der Freundschaft zwischen dem Nachtmahr und der Königstochter entwickelt…

Erstmal das Positive:
Ich liebe es, wie Walter Moers mit Wörtern jongliert und sie seziert. Ich musste teilweise durchaus lachen, auch wenn ein paar Witze uralt waren. Das Buch ist eigentlich mehr eine Entdeckungsreise: Wenn man es mag, Neues zu entdecken, muss es muss nicht unbedingt spannend sein. Das ist wie Kochen oder Backen. Ich persönlich mag gerne backen, esse aber nicht so gerne Kuchen oder Gebäck. Es ist das Handwerk, was teilweise manchmal fasziniert. Und so fasziniert mich auch dieses Buch.

Das Negative:
Walter Moers Bücher sind halt teilweise schwer zu lesen, eine Herausforderung – und das mag dem einen oder anderen möglicherweise verschrecken. (Das ist eine Feststellung, keine Kritik.) Es kommt langsam in Fahrt und verliert sich manchmal zu sehr in Details. So auch hier, wo Spannung eher zweitrangig ist und man eigentlich schon erwartet, dass das Buch – wie jedes andere von ihm – gut ausgeht. Wer also ein wirklich spannendes Buch erwartet, macht hier (leider) einen Fehlgriff. Aber versteht das nicht falsch, es mag durchaus ein paar Stellen im Buch geben, die spannend sind, aber man kann sie an einer Hand ablesen. Mich hat eher gestört, dass an manchen Stellen wirklich ALLES nochmal wiederholt wurde, was bei den vielen Listen von Prinzessin Lydia durchaus mal ein Gähnen entlockt.

Prinzipiell also:
Das Buch kommt langsam in Fahrt, konzentriert sich ausschließlich auf Prinzessin Lydia und findet ihre Stärken eher im schöpferischen und malerischen Detail. Das „wortmännische Handwerk“ von Walter Moers ist sehr gut. Nur wartet die Fangemeinde um Zamonien halt noch immer auf einen Roman mit einer pittoresken Geschichte, die zumindest einigermaßen den Erwartungen entspricht. Also einem etwas mehr ungewöhnlichen roten Faden folgt, der nicht ganz so vorhersehbar ist wie diese Geschichte.

Bunte Farben, kosmische Musik und was Perry Rhodan damit zu tun hat

Posted by Björn on 6th Juli 2017 in Allgemein, Buch, Life, Music

Tja, mal wieder ein Monat vergangen. Wird mal wieder Zeit für ein kleines Update.

Man muss nicht jung oder alt sein, um ein tolles Lebensmotto zu finden. Die Soprassiden aus Perry Rhodan haben mich ein wenig darauf gebracht. Sie haben eine Art Leitspruch für ihr Leben, und ich denke meiner wäre folgender:

„Um der Welt Farbe zu geben, mach sie bunt.“

Keine Ahnung, ob das wer vor mir gesagt hat – ich finde zumindest nichts bei Google -, aber ich finde den Spruch toll. Es ist eigentlich genau das, was ich mir unter meinem Leben vorstelle. Wenn es mir manchmal Grau in Grau vorkommt, dann muss ich mich selbst darum kümmern, meine Umgebung farbiger zu gestalten. „Business Anzüge“ sind mir daher schon immer ein Gräuel gewesen – ich mag sie nicht, weil sie nicht zu mir passen. Nicht modisch sondern von innen heraus. Sie sind nicht lebensbejahend und motivierend. Sie sind die pure Kälte des Alltags; wer sie trägt versteckt sich hinter der Kulisse des Geschäfts, der Verbindlichkeit; der „Seriösität“ – wie viele oft sagen. Andersartigkeit wird entweder mit einem maliziösen Lächeln begutachtet und für „infantil“ oder anderen schmählichen Diminuativen der Lächerlichkeit vorgeworfen oder – auch das habe ich zuletzt vor drei Wochen erlebt! – ein wenig Neid, weil sie glauben sie dürfen das nicht im Geschäftsleben tragen.

Inspiration und Kraft finden; eine Art Lebensquell aus der man wieder etwas Lebensfreude schöpfen kann, das ist für mich wichtig. Und ein tolles buntes T-Shirt mit Motiven aus Musik, Film oder Hobbies gehört einfach für mich zum Leben dazu. Das Leben wird schön farbig – es wird spannender. Ich gebe etwas über mich bekannt. Es gibt die Gelegenheit für ehrliches Interesse, anstelle eines aufgesetztem Smalltalks mit jemanden, der einen „Business Anzug“ trägt.

Ein „Ich mag das T-Shirt“ ist ein tolles Kompliment von einem Fremden. Es zeigt, dass man Farbe in das Leben anderer „trägt“ – jemanden ein Lächeln und ein bisschen Freude geschenkt hat. Das sind so die Kleinigkeiten des Lebens, die kaum beachtet werden, aber trotzdem eine große Wirkung haben. Ich verändere meine Umwelt. Und sei es, jemanden „nur“ Farbe ins Leben gebracht zu haben. Das ist ein wesentlicher Faktor für mich.

Genau wie so manches Lied das Herz öffnet und wieder etwas Lebenskraft einströmt. Das ist bei mir derzeit „Shooting Stars“ von den Bag Raiders, einer australischen Band, die 2009 diesen Hit gelandet haben, aber eher durch ein Internet Meme im Februar 2017 international bekannt wurde. Aber auch die Musik von Daniel Ingram hat bei mir einen besonderen Platz im Leben.

Auch Perry Rhodan hat das gewisse Etwas – etwas „Gutes“ ins Leben zu lassen spricht zwar jetzt nicht zwingend über den Flair der Serie, aber es erzählt immer davon, die Schwierigkeiten zu meistern und zu überwinden. Sicher, in der Vergangenheit gab es durchaus einige „depressive Phasen“ – bestes Beispiel die Verdummung im Schwarm-Zyklus (1971 bis 1973) – aber die mittlerweile (fast) 57 Jahre Arbeit, die in der Serie stecken, sind halt nicht wegzudenken und spiegeln dementsprechend den Zeitgeist der damaligen Jahre. Aber es bleibt eine Utopie, egal ob nun ein atopischer Richter oder eine Superintelligenz sich den Terranern in den Weg stellt. Es erzählt nicht nur, wie die Menschheit in der Zukunft leben kann, es erzählt auch über die Einzelschicksale – wie sie beeinflusst worden sind bei etwas Großem mizuwirken. Sei es nun aktuell Shuuli, die Thoogondu aus den Bänden 2911 und 2914, die quasi im letzten Moment Erkenntnis erlangte und sich auf ihr Talent besinnte oder der junge Yeto Carell aus den Bänden 2906 und 2907, der beinah an seiner Krankheit verzweifelte, weil die an Supermedizin reichende Technik nicht helfen konnte.

Das sind so die Momente, die Perry Rhodan ausmachen. Nicht zwingend der kosmische Überbau, sondern der tägliche Kampf um Glückseligkeit und Tod, Erkenntnis und Veränderung, Einsicht und Erneuerung – wohlgemerkt alles Wörter, die zueinander antonym als auch synonym sind! Perry Rhodan ist Veränderung. Es lebt vor; und der Geist im Buch bleibt so frisch erhalten. Es ist immer wieder eine Geschichte über Menschen oder Aliens, die nach Erkenntnis suchen. Ein wiederkehrendes Element, eine persönliche Anekdote, welche den ansonsten kosmischen Erzählstrang begleiten.