Archive for the ‘Buch’ Category

Das Wichtelpaket – eine Kurzgeschichte

Posted by Björn on 1st Dezember 2018 in Allgemein, Buch

Ich habe heute auch mein Paket von der örtlichen Paket-Adoptionsstelle abgeholt. Es schmiegte sich an mich, wie eine verliebte Katze, so freute es sich, endlich in meinen Armen zu liegen. Denn stellt euch vor, ihr habt ein kleines Heim für Pakete in einer Packstation eingerichtet, und dann kommt es nicht hinein. In meiner Phantasie sieht es so aus: Es mag zwar karg sein, es gibt weder Toilette noch ein Bett da drin, aber es ist ja auch für Pakete gemacht! Das Paket kann ja im dunkeln sehen, wie man bekanntlich weiß. Das gilt zwar nicht für Menschen, die gerne auch mal im dunkeln über Pakete stolpern können, aber nur weil sie die „Vorsicht!“-Schreie der Pakete nicht hören. Aber reden wir von der Packstation, denn das ist ein kleines Wimmelheim mit Paketen, die genau wissen, dass ihr Papa oder ihre Mama sehr bald vorbei kommt und sie abholt. Pakete sind zart besaitete Geschöpfe und lassen überall, wenn sie mal eine zeitlang stehen ihre Gedanken im Raum. So habe ich schon die Gedankenmuster von einigen Paketen in diesen kleinen vier Wänden entdeckt, die das Zuhause von Paketen waren: Von einfachem Wunsch „Aloha, ʻOʻoe koʻu makuakāne?“ (1) bis zum „Qwertee was here“ (2). Oder ein „ich bin das Abenteuer“ und sogar einmal „ich bin glücklich dich zu haben“. Aber ich als Mensch kann sie eigentlich gar nicht wahrnehmen, denn das ist der Paketwelt vorbehalten. Es ist meine Phantasie und hier geschieht es so. Die Pakete fühlen sich pudelwohl, wenn sie dort eingelagert werden. Zugegeben, natürlich muss sich so ein Wimmelheim erst mal ‚einwohnen‘, denn die Gedankemuster sind nicht einfach da, aber die Pakete machen sich mit der Zeit ein gemeinsames Zuhause, in dem gesungen und gespielt wird, bis der Papa oder die Mama kommt und sie endgültig abholt. Es ist wahrlich ein Ort der positiven und optimistischen Gedanken, in denen die Pakete ihre Gedankenwelt hinterlassen und so auch ihren Nachfolgern etwas zum Wohlfühlen da lassen!

Und dann…. gibt es den Paketzusteller. Er oder sie ist abgehetzt, für ihn oder sie sind die Pakete nur rechteckige Behälter, die rechtzeitig zu einer Person kommen müssen. So viel Druck vom Chef, so viel Druck die Tour rechtzeitig durchzufahren! Ein Knochenjob, den nicht jeder gern macht. Aber er oder sie ist mit der Zeit resistent gegen die mühevoll eingepackten Pakete geworden. Egal ob es von einer Großmutter oder einem Kind eingepackt worden ist, es wird nicht unterschieden – alle Pakete werden assimiliert, gleichgemacht, und nur die wenigsten Leute zollen dem Paketzusteller Respekt für seine unermüdliche Arbeit, die Pakete zu ihren Empfänger zu bringen. Wie gesagt, eine stressvolle Arbeit, und sie versuchen wirklich das beste, aber leider oft auch zur falschen Zeit, denn viele Menschen sind auf der Arbeit, wenn Pakete zugestellt werden sollen. Deswegen gibt es die Wichtelheime. Und wenn das mal voll wird, werden die Pakete in die Adoptionsstelle gegeben, in der Hoffnung, dass der Empfänger in den nächsten Werktagen vorbei kommen kann.

Stellt euch weiterhin vor, ihr seid das Paket!

Ihr wurdet liebevoll eingepackt und das Elter erzählt euch, wie wichtig ihr seid:

„Hallo Paketchen, hier schau mal: Das Buch hier, ‚Ready Player One‘ von Ernest Cline, habe ich für mein Wichtelkind gekauft, das fand ich sehr toll und es liegt auf seiner Wunschliste. Da musste ich es ja kaufen. Ich finde ja dieses Weihnachtsgeschenkpapier toll, magst du es auch?“

Und ihr versucht kräftig zu nicken.

„Mein Wichtelkind will ja nicht viel, hier ein paar Nüsse – es liebt Nüsse, weißt du?“

Ein fragendes Gesicht, was wohl Nüsse seien.

„Und ein wenig Lakritzschnecken, die wird er auf jeden Fall mögen, wenn er das in seinem Profil listet.“

Ein zurückwiegendes Gesicht, so viele Eindrücke zum Verarbeiten.

„Und schau mal: Edelbitter Schokolade mit 85% Kakaoanteil und Pfefferminztee, den mag er besonders gern.“

Ein verdutztes Gesicht, du verstehst ‚mag er besonders gern‘ aber weisst nicht, was das für Gegenstände sind. Naja, du bist ja nur ein Paket und wirst gerade mit positiven Emotionen aufgeladen, das magst du und willst es dem Empfänger natürlich weitergeben!

„Ich habe sogar eine schöne Karte und ein selbstgemachtes Lesezeichen dazugelegt! Schau mal auf der einen Seite steht ‚Saving Progress‘ auf der anderen ‚To be continued… Y/N‘ . Ich finde das eine tolle Idee, das wird ihn bestimmt freuen!“

Und du freust dich mit, denn du bist das Paket, und du willst diese Freude transportieren!

„So, jetzt mach ich dich zu, denn das ist alles, was ich dazu gebe.“

Eine wohlige Wärme legt sich um deinen Leib, denn auf der einen Seite weisst du nun, du bist vollständig, und auf der anderen Seite ist das Klebeband ein tolles Gefühl, was dir deine endgültige Form gibt.

Deine Aufgabe: Die positiven Gefühle übermitteln!

Und die Reise geht los.

Über Stock und Stein, zusammen mit den anderen Paketen anderer Personen und ihr unterhaltet euch im LKW oder im Flugzeug oder im Zug über eure Elter. Natürlich gibt es auch Pakete, die behaupten, Roboter hätten sie mit den Worten „Mache deinen Empfänger glücklich!“ eingepackt, aber die werden ein wenig belächelt und ein wenig von den anderen Paketen ‚aufgeladen‘, so dass selbst die Roboterpäckchen ein wenig Freude versprühen können! Pakete sind halt Herdentiere, auch wenn sie einzeln verpackt werden. Jetzt wisst ihr auch, warum Päckchen von Amazon und so auch glücklich machen! Gefühle teilen ist immer noch das beste und sie werden deswegen nicht weniger!

Aber, nun geschieht am Wimmelheim das Schreckliche:

Der Paketzusteller findet keinen Platz mehr für das Paket.

Wenn es ein gewissenhafter Paketzusteller ist, nimmt er die restlichen Pakete nochmal in den Arm und entschuldigt sich.

„Ich bringe euch in das nächste Adoptionsheim, und hoffe euer Papa oder eure Mama wird euch noch rechtzeitig abholen!“

Eine Welle der Entrüstung durchzieht die Pakete, die nicht in das Wimmelheim dürfen, weil sie nicht mehr hinein passen. Aber was bleibt ihnen übrig? Sie wollen unbedingt zu ihrer Mama oder Papa. Also werden sie für eine bestimmte Zeit dort hinterlegt, und wie schlimm ist es, immer wieder jemanden in diesen „Shop“ gehen zu sehen und die Pakete rufen fast gleichzeitig „Mama??!“, wenn es eine Dame ist oder ein „Papa??!“, wenn es ein Herr ist. Und nach und nach kommt immer wieder die Enttäuschung. Nein, es war nicht ihre Mama oder ihr Papa. Es sind nicht viele Pakete, wie sie in ein Wimmelheim passen und so gibt es immer mehr Platz um sie herum, und wer es noch nicht wusste, Pakete haben grundsätzlich Agoraphobie. Das ist die Angst vor Menschenmengen („Wer ist denn nun meine Mama??“), vor öffentlichen Plätzen (weit und breit keine weiteren Pakete, das ist doch einfach unheimlich!) und das Reisen alleine (erinnert euch, Pakete sind Herdentiere!)

Wohin sollen sie ihre Gedanken versprühen? Oft übereinanderliegend und sich ängstlich fragend, ob und wann endlich ihr angestammte Mutter oder Vater kommt, sitzen sie in einer Ecke und sind traurig, denn immer wenn jemand reinkommt, der etwas abholt, werden sie weniger. Die Pakete, die hereinkommen, werden ganz woanders gelagert und dürfen nicht zu ihnen. So schrecklich, so ein Adoptionsheim! Es ist ein trauriger Ort, auch wenn der ältere Herr, der den „Shop“ betreibt bestimmt jedesmal, wenn er rein kommt und ein oder zwei Pakete mitnimmt zu den restlichen sagt: „Seid euch sicher, ihr werdet auch bald abgeholt!“

Es sind verzweifelte, verwirrte Pakete, die dort quasi liegen und erwartungsvoll auf den Augenblick der Abholung warten.

Und dann kam ich dort heute rein (ich wollte am liebsten alle mitnehmen, so viel Mitleid hatte ich) aber ich durfte nur nach Vorzeigen meines Personalausweises mein eigenes Paket mitnehmen, und wie oben schon geschrieben hat es mir sehr viel Freude, Liebe und Herzenswärme mitgegeben! Ich danke hier meiner Wichtelmama für das schöne Paket!

Perry Rhodan Olymp Resumee und Fazit

Posted by Björn on 16th Juni 2018 in Buch

Perry Rhodan OLYMP ist eine in sich abgeschlossene Miniserie im Kosmos von Perry Rhodan. Hier erkläre ich etwas genauer den Hintergrund, resümiere ein wenig über die Details in der Handlung und schreibe zum Schluss ein persönliches Fazit.

Struktur

Jeder Roman ist in sich abgeschlossen mit einem geschichtlichen Cliffhanger zum nächsten Band, in welchem eine fortlaufende Geschichte erzählt und aufgelöst wird. Die zwölf Hefte erschienen zweiwöchentlich ab Januar 2018 und endete nun im Juni 2018. Man braucht bis auf eine Ausnahme kein Vorwissen aus Perry Rhodan, um diese Miniserie verstehen zu können. Dazu später mehr…

Perryversum

Zeitlich spielt die Miniserie im Jahr 1550 NGZ – neuer galaktischer Zeitrechnung. Also zwischen Band 2899 und 2900 in der Erstauflage.

Es werden ein paar geschichtliche Details genannt um das Perryversum näher zu bringen, unter anderem Roi Danton, die Freihändler und andere geschichtliche Daten aus der Erstauflage, die im Laufe der Jahre zusammengekommen ist. Aus PR 2787 wissen wir über das diplomatische Angebot des Beitritts in das Neue Tamanium, welches in PR 2849 in einer Volksabstimmung mit neunzehntel Mehrheit abgelehnt worden ist.

Insofern wurden die Fakten schon durch die Erstauflage (EA) ein paar Jahre vorher besiegelt, was die Miniserie hier für die Einsteiger aufgreift. Die politische Situation zwischen dem Neuen Tamanium und der Liga Freier Galaktiker (LFG) wird hier durch die „Neu-Akquirierung“ vertieft dargestellt, insbesondere die politische Meinung der Tefroder im allgemeinen. Auch die geschichtlichen Verstrickungen der Tefroder mit den Terranern wird ein wenig erklärt. Vielleicht nicht vollumfänglich aber dafür ist die Miniserie nicht gemacht.

Technik

Anders als in PR-TERMINUS (vorhergehende Miniserie) gibt es keine technische Genauigkeit, so dass hauptsächlich die militärischen Begrifflichkeiten wiederverwendet wurden. So wurde Bekanntschaft geschlossen mit Prall- und Fesselfeldern, Hyperfunk und Transmittern, Antigravmodulen und sogar ein wenig HÜ-Schutzschirmtechnologie, die Gucky nur durch Schmerzensteleportation durchqueren konnte. „Richtig“ erklärt wurde nicht viel, aber der Nutzen – also das Lesevergnügen – wäre durch genauere Erläuterungen wohl auch getrübt worden. Vieles ist – wahrscheinlich auch durch die schon vorhergehenden Miniserien – per se als bekannt oder kontextbedingt als „erklärt“ abgestempelt worden.

Einzig die Genauigkeit bei zivilen Anwendungsmöglichkeiten ist ein wenig außen vor gelassen worden. Dies ist aber auch spärlich gesät, oft wird aus dem Kontext schnell klar, dass bspw Trivid eine Art Live-Fernsehen-Netflix-Kombination ist. Der relativ einfach gewählte Begriff „Röhrenbahn“ zwischen Trade City und Elysion kann man natürlich so stehen lassen, lässt aber ein wenig das Science-Fcition-Gefühl vermissen. Antigravschächte oder -lifte, Gleit- oder Energiebände oder ähnliche/andere alltäglich zivil genutzte Technologien hätten hier durchaus nicht Abbruch getan, wären aber in der Hinsicht halt auch im Gewühl der oft militärisch genutzten Wörter ein wenig untergegangen.

Charaktere

Was die Perry Rhodan Autoren besonders gut können, ist Charaktergeschichten schreiben und auch hier ist die am besten und brillianteste Person eine Reporterin namens Piri Harper, die aufopferungsvoll ihr bestes macht, um Olymp zu „retten“. Auch den Regenten Beryn Mogaw und seinen treuergebenen Diener Talin Buff sind gut skizziert, gehen in ihrer Rolle auf und entwickeln sich weiter. Die Details bei den Charaktern sind hervorragend und sowohl bestehende (Perry, Sichu) als auch neu eingefügte bleiben konkordant und stringent.

Schwächen

Jetzt kommen wir ein wenig zu den Schwächen der Serie. Denn der Stil ist beispielsweise ein wenig anders als der Stil der Erstauflage (EA). Wo in der EA durchaus hemmungslos mit Perryversum-Begrifflichkeiten gespielt worden wäre fällt in der Miniserie komplett weg. Denn wie ich oben geschrieben habe, wird zumindest historisch alles erklärt und erläutert. Als EA-Leser merkt man das durchaus ein wenig beim Lesen. Nur die eine Ausnahme, die ich eingangs schon erwähnt habe, hätte durchaus wegfallen können: Nämlich die Erwähnung der Hohen Mächte – Kosmokraten, etc. – im letzten Band. Nicht weil es interessant wäre, sondern weil besagte Einsteiger in die Serie zuletzt mit einer offenen Frage und einer seltsamen Begrifflichkeit konfrontiert wurden, die nicht zum Rest der Miniserie passte. Alles war sehr hand- und grifffest, selbst der Mutaktor, und dann kamen die Hohen Mächte und die Erklärung dazu fehlte hier völlig. Dieser Aufgriff war irgendwie überflüssig.

Und die Hintergründe der Shoziden sind im letzten Heft nach einem halben Jahr nicht mehr so präsent, wie am Anfang der Serie, da wäre es durchaus gut gewesen Vergangenes vielleicht nochmal im sehr kurzen Anriss aufzugreifen.

Ein grundsätzlicher Fehler – der sich aber auch in der EA häufig präsentiert! – ist das Hacken von Positroniken oder anderem technischem Gerät. Es wird „zu einfach“ dargestellt, basiert leider hauptsächlich auf irrtümlichen und falsch dargestellten Vorlagen aus Film und Fernsehen. Insofern ist das aber auch ein Punkt, der mich als IT-ler schon immer extrem stört.

Auch und insbesonders will ich hier auf die eine Woche lange Hyperfunksperre von Olymp eingehen. Wie kann es sein, dass eine so große Handelswelt wie Olymp eine Woche lang abgeschnitten ist und es niemand bemerkt? Zur Erinnerung: Der Planet Olymp ist eine gut vernetzte Science-Fiction-Handels-Welt, die davon lebt, hochfrequent Waren zu be- und entladen sowie (das denke ich zumindest) im schnellen Takt Handelsverträge über Hyperfunk zu besiegeln. Wenn ich alleine den Hamburger Hafen mir anschaue, schlägt dieser pro Jahr circa 9 Millionen Container in der Anzahl um, das sind ca 25.000 täglich! Wie soll das dann bei einem hypertechnologischen Weltraum-Hafen sein? Und wie hätte diese Hyperfunksperre funktioniert? Da hätte bspw durchaus im militärischen Bereich von Adarem eine Art Hyperfunkstörgerät entwickelt worden sein können, was auf Olymp getestet werden soll, aber leider – kein Wort.

Fazit

Also grunsätzlich hat mir die Miniserie sehr gut gefallen.
Die politischen und „meinungssensitiven“ Einblicke in das Neue Tamanium sind sehr interessant und spannend geschrieben, auch wenn teilweise durchaus die Frage aufkommt, was die Person überhaupt denkt, wenn sie eine Aussage tätigt. (bspw Onara Gholad’s Spruch ihre Soldaten für Unfähigkeit zu töten) Manche Sachen wie diese werden später dankenswerterweise wieder aufgenommen, andere Kleinigkeiten wie bspw die Frage, warum die Röhrenbahn so lange von Trade City nach Elysion dauert (Hey, Sci-Fi!) dann wiederum nicht. Aber das ist für die Geschichte unwichtig, insofern sind so kleine Details imho vernachlässigbar. Aber ich bin da durchaus die Person, die auf solche Kleinigkeiten achtet. Insbesondere auch auf die Verwendung von Geld  in den Heften, das mag aber auch eine Marotte sein. Ansonsten, größtes Ärgernis war wohl die unerklärliche Hyperfunksperre und dass niemand aus der näheren galaktischen Nachbarschaft Verdacht geschöpft hat.

Aber unabhängig dessen ist die Geschichte gut erzählt, hat klasse Charaktere und ist wirklich gut in das Perryversum eingebettet. Allein das verdient eine wohlwollende 4,5 von 5 Sternen mit einem halben Stern Abzug wegen oben genannter Schwächen.

1000 Tage Perry Rhodan

Posted by Björn on 29th Mai 2018 in Allgemein, Buch, Life

Tja, ich lese jetzt seit exakt 1000 Tagen Perry Rhodan. Und der Zwischenstand – so finde ich jedenfalls – ist durchaus erfreulich:

521 alte Klassikromane

84 Heftromane aus der aktuellen Handlung (2875 bis 2959, ich hinke etwas hinterher)

13 Planetenromane (Stoff zum Nachlesen hab ich^^)

Ich bin ein Blockleser, manchmal lese ich nur ein Heft je Woche (selten keins, manchmal mehr) aber an Wochenenden lese ich dann meist an einem der zwei Tage drei bis vier Romane aus dem Perryversum. Solche Lümmeltage sind mir die liebsten. Mit der aktuellen Zusammenfassung habe ich trotzdem durchschnittlich etwa alle zwei Tage ein Raketenheftchen gelesen, was ich persönlich für einen relativ guten Wert halte. Ich zocke ja durchaus gern – zuletzt das neue God of War – oder besuche Freunde, und gehe mit ihnen ins Kino – zuletzt Deadpool 2, ein Doublefeature mit dem ersten Film. Aber über 2000 Stunden Lesen an einer Sache, das braucht schon eine gewisse Hingabe. Wenn ich so über meine Steam-Bibliothek gucke gibt es so zwei, drei Spiele, die >400 Stunden haben. Das wäre u.a. Path of Exile. Aber 2000 Stunden, das ist selbst für mich eine große Hausnummer. Ein Spiel wie Skyrim hat bei mir knapp 280 Stunden.

Aber jetzt noch ein bisschen Statistik:

Straffe ich diese 1000 Tage nur auf die Perry-Lese-Zeit, und gehe von durchschnittlich knapp ungefähr 200 Minuten Lesezeit je Roman aus, sind das 123.600 Minuten oder 2060 Stunden, die ich nur für das Lesen von Perry Rhodan aufgebracht habe. Nur so als Relation: 1000 Tage, das sind auch insgesamt 24.000 Stunden – damit habe ich aufgerundet knapp 8,6% der gesamten Zeit nur Perry gelesen. (Und ich habe nicht meine Lesezeit mit anderen Büchern kombiniert)

Der Schwarm – oder: die Entdeckung der Gefühle

Posted by Björn on 18th April 2018 in Allgemein, Buch

Hat bislang in den letzten 499 Büchern immer Spannung durch haarscharfe Action und intensiver Kämpfe bestanden, wird hier nun eine 180° Drehung gemacht und Spannung wird nun durch Gefühle beim Leser erzeugt.
Trostlostigkeit aber nicht ohne Belohnung (die POLO kommt zurück), Weltuntergangsstimmung aber nicht ohne Hoffnung (Identifizerung des SCHWARM und der Rochenschiffe), Verzweiflung aber nicht ohne Tatendrang (Perry hat Pläne)…

Gab es vorher nur die Identifikation durch die Leitfiguren, Loyalität und Ehrgefühl, angesalzen mit zwischenzeitlichem Humor, kommt nun die komplette Retourkutsche und die eigene Gefühle werden zu dem Thema „Verdummung“ und „Homo Superior“ angesprochen. Das wofür und weswegen man eigentlich die ersten 499 Hefte gelesen hat, wird plötzlich beim „Untergang“ auf den Kopf gestellt und man weiß nicht wohin.

Denn Perry Rhodan steht vor einem Scherbenhaufen. Er war es, der die Menschheit geeint und zu den Sternen geführt hatte. Das ist jetzt knapp 1.500 Jahre her und er muss erkennen, dass alles, wofür er gekämpft hat, in einem galaxisweiten Schicksalsschlag dem Verfall anheim gefallen ist. Alle Völker in der Milchstraße betrifft es, und so macht er sich mit den wenigen Immunen auf den Weg, das Phänomen zu erkunden und – natürlich! – das Problem zu beheben.

Am Dienstag, 20. April 1971, erschien Heft 500 und ich MUSSTE es deswegen auch gestern – also Dienstag – zu Ende lesen. Fast exakt 47 Jahre liegen dazwischen und aktueller kann es derzeit nicht sein:

Während im Hier und Jetzt der Verfall der Sitten (bspw Gewalt gegen Rettungskräfte, Thema „Gaffer“) und Infragestellung der Regierung (Pegida/AfD, Reichsbürger) quasi eine große Depression durch das Land geht, inklusiv der Verdummung durch Fake-News und Wissenschaftsverweigerern (Trump, Flat-Earth-Society…), ja selbst der Homo Superior wird mit einer relativ aktuellen Studie aufgegriffen, in welcher gnadenlose Selbstüberschatzung und größte Dummheit Hand in Hand gehen. Diese systematisch fehlerhafte Neigung inkompetenter Menschen wird Dunning-Kruger-Effekt genannt.

Aber um zu Perry Rhodan zurückzukehren: Ich bin jetzt in der Phase der Serie angelangt, die ich für sehr interessant halte. Ein bisschen zerbricht das Herz, die bislang utopische Welt des Perryversums zerbrechen zu sehen. Und genau das motiviert hier, weiter zu lesen. Klar, ich weiß, dass der Zustand 47 Real-Jahre später längst überstanden ist, aber diese Tiefstunde zu lesen, in der fast alles hoffnungslos erscheint und dumme Menschen kindliche/zombiehafte Züge entwickeln, birgt seine eigene Spannung. Und hebt die Serie Perry Rhodan auf ein neues Level der Dramatik.

Endlich 500 – Schwarm-Zeit

Posted by Björn on 17th April 2018 in Allgemein, Buch

So. Der Cappin-Zyklus ist nun abgeschlossen und auf geht’s in den Schwarm-Zyklus mit Band 500. Bleibe ich bei meiner Geschwindigkeit werde ich bis Ende des Jahres 599 erreicht haben und den Zyklus „Das Kosmische Schachspiel“mit Band 600 anfangen.

Und dann geht’s so langsam in den spannenden Bereich der Hohen Mächte: von Superintelligenzen, Kosmokraten und Chaotarchen. Manche Perryfans mögen diesen kosmischen Überbau nicht, aber ich finde, das ist das Beste in der Serie, auch wenn ich es noch nicht gelesen habe. Das macht einfach die Serie aus, sei es Gesil, die Inkarnation von Vishna, welche sogar zeitweise mit Perry Rhodan liiert war oder die Kaiserin von Therm. Es hat seine Faszination, finde ich.

Die nächsten 50 Hefte werde ich allerdings digital auf meinem Anfang des Jahres erworbenen Tolino lesen. Nicht weil ich die Hefte nicht analog habe, sondern weil die nächste Zeit schön wird und ich sie genauso gut auch an einem idyllischen Ort geniessen kann.

Walter Moers – Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbende Nachtmahr

Posted by Björn on 28th September 2017 in Buch

Das neue Buch von Walter Moers ist da und es nennt sich „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“!

Inhalt:
Es handelt von der Prinzessin Lydia, die schlaflos und ruhelos im Schloss umherwandert, fast schon wie ein echter Schlossgeist, getrieben von ihren eigenen Gedanken. Des Königs Alchemist und viele viele andere Mediziner haben schon versucht sie zu heilen, aber alles bringt nichts – und so fügt sie sich in ihr Schicksal bis sie eines Tages Havarius Opal begegnet, ihrem persönlichen Nachtmahr, der sich zur Aufgabe gestellt hat, sie in den Wahnsinn zu treiben. Er ist fest entschlossen, seine Mission zu erfüllen und lädt Prinzessin Lydia ein, ihn auf seinem Weg durch ihr Gehirn zu begleiten. Ein Abenteuer beginnt, in dem sich ein zartes Band der Freundschaft zwischen dem Nachtmahr und der Königstochter entwickelt…

Erstmal das Positive:
Ich liebe es, wie Walter Moers mit Wörtern jongliert und sie seziert. Ich musste teilweise durchaus lachen, auch wenn ein paar Witze uralt waren. Das Buch ist eigentlich mehr eine Entdeckungsreise: Wenn man es mag, Neues zu entdecken, muss es muss nicht unbedingt spannend sein. Das ist wie Kochen oder Backen. Ich persönlich mag gerne backen, esse aber nicht so gerne Kuchen oder Gebäck. Es ist das Handwerk, was teilweise manchmal fasziniert. Und so fasziniert mich auch dieses Buch.

Das Negative:
Walter Moers Bücher sind halt teilweise schwer zu lesen, eine Herausforderung – und das mag dem einen oder anderen möglicherweise verschrecken. (Das ist eine Feststellung, keine Kritik.) Es kommt langsam in Fahrt und verliert sich manchmal zu sehr in Details. So auch hier, wo Spannung eher zweitrangig ist und man eigentlich schon erwartet, dass das Buch – wie jedes andere von ihm – gut ausgeht. Wer also ein wirklich spannendes Buch erwartet, macht hier (leider) einen Fehlgriff. Aber versteht das nicht falsch, es mag durchaus ein paar Stellen im Buch geben, die spannend sind, aber man kann sie an einer Hand ablesen. Mich hat eher gestört, dass an manchen Stellen wirklich ALLES nochmal wiederholt wurde, was bei den vielen Listen von Prinzessin Lydia durchaus mal ein Gähnen entlockt.

Prinzipiell also:
Das Buch kommt langsam in Fahrt, konzentriert sich ausschließlich auf Prinzessin Lydia und findet ihre Stärken eher im schöpferischen und malerischen Detail. Das „wortmännische Handwerk“ von Walter Moers ist sehr gut. Nur wartet die Fangemeinde um Zamonien halt noch immer auf einen Roman mit einer pittoresken Geschichte, die zumindest einigermaßen den Erwartungen entspricht. Also einem etwas mehr ungewöhnlichen roten Faden folgt, der nicht ganz so vorhersehbar ist wie diese Geschichte.